Sebastian Kneipp

Wer ist Sebastian Kneipp

Als Sohn einfacher Weber geboren, wuchs Sebastian Kneipp in dem kleinen Dorf Stephansried im bayrischen Schwaben auf. Seine Kindheit war geprägt von Entbehrungen und harter Arbeit. Sein Wunsch Theologie zu studieren, um katholischer Priester zu werden, schien aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie unerfüllbar.

Doch trotz größter Widrigkeiten gelang es ihm mit 23 Jahren, in das Gymnasium aufgenommen zu werden. Dies war nur möglich, weil Kaplan Merkle, ein entfernter Verwandter der Familie, ihn förderte und sich für ihn einsetzte. Während seiner Gymnasialzeit erkrankte Sebastian Kneipp schwer an Lungentuberkulose. Unter größten Anstrengungen konnte er jedoch seine Schulzeit abschließen und in München mit dem Theologiestudium beginnen.

In dieser Zeit stieß Sebastian Kneipp auf das Buch „Unterricht von Krafft und Würckung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen“ des Arztes Johann Siegemund Hahn, das dieser 1738 geschrieben hatte. Angeregt durch die Lektüre beschloss Kneipp, die Heilkraft des Wassers an sich selbst auszuprobieren. So begann er 1849 mit kalten Tauchbädern in der Donau, die er über die Wintermonate hinweg mehrmals wöchentlich durchführte. …Nach einem Fußmarsch zum Aufwärmen tauchte er ganz in das kalte Flusswasser ein, kleidete sich dann – ohne sich abzutrocknen- wieder an und ging zurück.

Erst nach längerem Anwenden der Bäder beobachtete er, wie sich sein Gesundheitszustand nach und nach verbesserte, bis er vollends gesund wurde.

Nach Abschluss seines Studiums wurde Kneipp 1852 in Augsburg zum Priester geweiht. Auch während seiner Tätigkeit als Kaplan propagierte er die Wasseranwendungen.

1881 wurde Kneipp Ortspfarrer in Wörishofen. Gleichzeitig entwickelte er das Naturheilverfahren weiter und heilte erfolgreich Patienten mit Wasser- und Kräuteranwendungen. In Sprechstunden gab er Ratschläge zu einer einfachen und natürlichen Lebensweise.

1886 erschien das von Sebastian Kneipp verfasstes Buch „Meine Wasserkur“, das in viele Sprachen übersetzt wurde und Kneipp zu internationaler Bekanntheit verhalf.

Warum Kneipp

Die Kneippschen Naturheilverfahren haben das Ziel, durch einen eigenverantwortlichen Lebensstil Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Basierend auf den fünf Elementen … zielen Kneipps Naturheilverfahren darauf ab, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Durch die Anregung der Selbstheilungskräfte gewinnen Widerstandfähigkeit und inneres Gleichgewicht an Stärke. So entwickelt der Mensch eine starke Position gegenüber allen Anforderungen des Lebens.

Prävention und Gesundheitsförderung können nur dann erfolgreich sein, wenn sie zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltags werden. Unsere lebensweltbezogenen Maßnahmen zielen deshalb auf eine Umstrukturierung und Verbesserung der Lebensbedingungen ab.

Die fünf Kneippschen Elemente

Element Lebensordnung

  • Leitgedanke: Was tut Kindern gut?
  • Rituale, Rhythmen, geregelter Tagesablauf
  • Entspannung und Massagen
  • Schlaf- und Ruhephasen
  • Achtsamkeits- und Stilleübungen
  • Märchen und Geschichten
  • Sinnes- und Wahrnehmungserfahrungen
  • Ressourcenorientiert, Kommunikation

Element Wasser

  • Erleben von natürlichen Reizen
  • Tägliche Kneipp-Anwendungen wie beispielsweise Taulaufen, Barfußgehen, Luftbäder, Waschungen, Trockenbürsten, Wassertreten, Bäder und Güsse, usw.
  • Wohlbefinden und Konstitution des einzelnen Kindes haben Priorität.

Element Bewegung

  • Bewegungsfreundliche Umgebung schaffen
  • Kennenlernen verschiedener Spiel- und Singspiele
  • Förderung natürlicher Bewegungsformen
  • Bewegungen im Freien

Element Heilpflanzen

  • Heilpflanzenkunde im Sinne der Gesundheitsförderung
  • Eigene Herstellung von Öl, Tee, Tinkturen, Salben, Badesalz, etc.
  • Verwendung von Kräutern in Salz, Quark, Butter, Salaten, etc.
  • Heilpflanzen mit allen Sinnen erleben
  • Eigene Kräuterspirale, Kräutergarten

Element Ernährung

  • Wissenschaftlich fundierte Ernährungskonzepte
  • Gesundes Frühstück/Mittagessen/Vesper
  • Sinnes – und Achtsamkeitsübung beim Essen
  • Essen in Gemeinschaft (Tisch- und Esskultur)
  • Saisonale und regionale Lebensmittel
  • Vielseitiges Angebot