Formen meiner pädagogischen Arbeit

Spiel

Im Krippenbereich gibt es keine täglichen Angebote, dort schreibt oftmals der Alltag das Programm.

Die Bindung zwischen ihrem Kind und mir als Begleiterin ist von grundlegender Bedeutung. Denn nur auf der Basis einer tragfähigen Beziehung wird es ihrem Kind möglich sein, sich auf seine Entdeckerreise zu begeben. Es wird immer wieder den ermutigenden Blick der Betreuerin/zu mir als eine Art Rückkopplung suchen. Dieses Zwiegespräch ohne Worte ermöglicht es ihrem Kind, sich eigenständig im Raum zu bewegen.

Ich greife nur in ein Geschehen regulierend ein, wenn eine Situation für ihr Kind eine Gefahr birgt oder wenn ein weiteres Kind dadurch Schaden nehmen könnte. Die Kinder sollen lernen, fair miteinander umzugehen.

Spielmaterial

Weniger ist mehr!

Die Spielmaterialien sind für die Kinder leicht zugänglich. Sie befinden sich in offenen Kisten und Körben. Es gibt in jedem Spielbereich nur eine überschaubare Menge an Spielmaterialien, viele Materialien werden nur nach Bedarf hervorgeholt, da der Raum nicht zu viele unterschiedliche Reize auf das Kind ausüben soll.

Die meisten Dinge sind von natürlicher Beschaffenheit, auf Plastik verzichte ich weitestgehend. Es gibt zum Beispiel Kastanien, Holzbausteine, Seidentücher, kleine Porzellanschalen, Holzstöckchen und getrocknete Riesenbohnen.

Es gibt kein zweckgebundenes Material, die Kinder entscheiden, welchen Zweck das Material gerade erfüllen soll. So kann ein Stöckchen sowohl ein Zauberstab sein, als auch Futter für den hungrigen Hund. Und ein Tuch dient sowohl einem Prinzen als Umhang als auch einem Gespenst als Verkleidung.

Andere Utensilien kommen aus dem Alltagsbereich (Küchensieb, Suppenkelle, Wäscheklammer etc.). Mit diesen Dingen können die Kinder erlebte Situationen nachspielen. Sie können eine wunderbare Suppe kochen, aber auch Katzenfutter zubereiten. Ein Schneebesen eignet sich auch zum Musizieren.

Die unterschiedlichsten Materialen für den Kreativbereich (Schere, Klebstoff, Stifte, Farben etc.) werden je nach Aktion hinzu geholt. Ihr Kind  sammelt erste Erfahrungen mit wasserlöslichen Farben, zuerst mit den Fingern, später kann es einen Pinsel benutzen. Ihr Kind entscheidet selber, ob es die Farbe mit den Fingern aufs Papier bringen möchte, oder ob es lieber mit dem Pinsel arbeitet. Oftmals bereitet es den Kindern solche Freude, die Farbe auf den Händen zu verteilen, dass das Papier keine Bedeutung mehr hat und unberührt bleibt. Ihr Kind darf die Funktion einer Schere kennenlernen, selber ausprobieren, wie die Schere auf und wieder zugeht. Es kann Schnipsel schneiden oder reißen und anschließend aufkleben. Ihr Kind kann mit dicken Buntstiften malen oder die Stifte nach Farben oder Größe sortieren. Es kann beobachten, was passiert, wenn ein Stift angespitzt wird!

Das Material in der Bauecke ist simpel: es gibt Holzbausteine unterschiedlicher Größe, lange und kurze Stöcker mit Rinde, verschiedene Bretter, mal lang und schmal, mal kurz und breit, dicke Aststücke und Stöcker mit interessanten Astgabeln. Außerdem stehen kleine Hocker bereit, die sich mit verbauen lassen oder auf denen man bequem sitzen kann. Manchmal kommt ein Kind vorbei und nimmt den Hocker mit, weil es gerade ein Bett für den Stoffhasen braucht. Und manchmal werden alle Stöcker in eine Tasche gepackt und mit auf die Reise genommen. Und ein anderes Mal baut ein Kind ein Haus für seinen Trecker.

Raum

Kinder brauchen Bewegung. Ihre Konzentration und Ausdauer für längere Spiele an einem Platz sind noch begrenzt. Fordert man sie auf, ein Spiel erst zu beenden, bevor sie ein neues beginnen dürfen, versteht man ihr Tun nicht. Die Spielübergänge von einer Idee zur nächsten sind fließend und im ständigen Wandel.

Kinder wollen rennen, toben, Höhlen bauen, klettern, wilde Tiere sein, springen, sich am Boden rollen, aufeinander liegen und Vieles mehr.

Der Spielraum bietet den Kindern ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten: Podeste, schiefe Ebenen, Stufen, Hängeschaukel und dicke Matten.

Nur durch selber Ausprobieren wird ihr Kind erfahren, was oben und was unten .Es spürt, wie es sich anfühlt, auf einer schiefen Ebene zu stehen oder auf einem Podest. Es erfährt seinen eigenen Körper und die Grenzen seines Tuns. Wie sehen die Dinge aus, wenn sie von einem hohen Podest herunter betrachtet werden? Wie anstrengend und schwierig es ist, eine Treppe hinauf- und hinabzusteigen. Und wie wunderbar das Gefühl, wenn man es nach vielen Versuchen alleine geschafft hat!

Kinder wachsen an ihren Herausforderungen.

In dieser Spiellandschaft werden Kinder zu wilden Löwen. Sie gehen auf Beutezug und verstecken sich in Höhlen, zwischen den Decken, Kissen und Tüchern!

Wenn es Kindern gestattet ist, Kisten und Hocker, Sitzpolster und Bänke mobil zu benutzen, schiefe Ebenen und Hocker zu erklimmen, dann werden sie von sich aus Geschicklichkeit, Kraft, Tempo, Balance und Ausdauer entwickeln.

Hygiene

Ein Kind, auf das kein Druck ausgeübt wird, beginnt ganz automatisch mit ungefähr zweieinhalb Jahre von selbst auf die Toilette zu gehen.

Oftmals wollen die Jüngeren es genauso machen, wie die Größeren, so unterstützt der Nachahmungstrieb diesen Vorgang erheblich. Gelangen die Kinder so zu einem Erfolgserlebnis, ist für sie der Gang zur Toilette mit einem positiven Gefühl verbunden, das sie zusätzlich motiviert.  Auf diese Weise verliert das „Sauberwerden“ eines Kindes etwas von seinem Erfolgszwang. Das Kind wird zu einem Zeitpunkt trocken, an dem es körperlich und psychisch in der Lage ist. Wichtig ist nun, dass es die passenden räumlichen Ausstattungen vorfindet, die diesen Prozess fördern.

Das Waschbecken ist für die Kinder mit Hockern erreichbar, schließlich wollen sie alleine die Hände waschen. Das Gefühl, dass warmes oder kaltes Wasser über die Hände läuft, ist für alle Kinder eine besondere Erfahrung.

Der Wickeltisch ist durch eine Treppe von den Kindern selber erklimmbar.

Garderobe

Im Garderoben-Bereich findet ihr Kind seinen Platz wieder, ein Bildchen kennzeichnet seinen Garderobenhaken. Eine lange Bank bietet allen Kindern genügend Platz zum An-und Ausziehen.

In kleinen Körbchen liegen Mütze, Schal und Handschuhe oder auch der Sonnenhut. Die Schuhe stehen unter der Bank, so kann ihr Kind seine Sachen selber wegräumen und auch selber wiederfinden.

Eine Tafel an der Wand informiert die Eltern über neuste Termin, Hinweise oder auch nur über das Mittagessen. Besondere Angebote können schon morgens bekannt gegeben werden, damit sich Eltern und Kind gemeinsam darauf freuen können.

Garten

Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die vier Jahreszeiten.

Schnee, Regen, Sonne, Wolken, jeder Tag ist anders.

Wie fühlt sich Regen auf der Haut an? Welche Geräusche machen Regentropfen auf meiner Kapuze?

Meine Hände werden kalt, wenn ich Schnee in die Hand nehme.

Im Sommer ist es hell und es blenden mich die Sonnenstrahlen.

Blätter segeln im Wind, wenn der Herbststurm heult.

Diese und viele andere Erfahrungen können die Kinder machen, wenn sie täglich bei Wind und Wetter draußen sind.

Der Garten befindet sich direkt hinter dem Haus und ist zum Schutze der Kinder eingezäunt.

Alte Bäume und Sträucher laden zum Verstecken und Klettern ein.

Sand, Wasser und Erde können vermatscht werden. Die Kinder bringen entsprechende Kleidung (Gummistiefel, Regensachen) von zuhause mit, so dass sie alles ausprobieren können, bei jedem Wetter.

Essen

Es ist ein schönes Erlebnis für ihr Kind, gemeinsam mit anderen Kindern an einem großen Tisch zu sitzen. Der Tisch ist so groß, das er ausreichend Platz für alle Kinder bietet.

Erhöhte Sitzbänke und Hochstühle sind der Körpergröße ihres Kindes angepasst, so dass ihr Kind seine optimale Sitzposition finden kann. Die jüngeren Kinder benötigen noch etwas mehr Halt und sitzen in einem Hochstuhl oder auf meinem Schoß.

Jedes Kind hat seinen „Stammplatz“, den es selbständig zu jeder Mahlzeit wieder einnimmt. Die Sitzordnung ist nach den Bedürfnissen eines jeden Kindes festgelegt und mit den Kindern besprochen.

Das Geschirr besteht aus Porzellan und Glas, ist also zerbrechlich. Alle Kinder essen von Porzellantellern und trinken aus Gläsern oder Tassen. Flaschen werden lediglich für Babys zubereitet. Die Kinder werden angeregt, vorsichtig mit den Dingen umzugehen.

Die Farbgebung ist eher neutral, um den Augenmerk auf die Speisen zu richten und nicht durch bunte Teller oder Tischtücher abzulenken.

Für die Jüngeren gibt es Lätzchen aus Stoff, für die Größeren stehen kleine Servietten auf dem Tisch.

In einem kleinen Regal steht das Geschirr bereit, das täglich verwendet wird, so können die Kinder helfen, den Tisch zu decken, oder sich ein Glas holen, wenn sie durstig sind.

 

Es wird täglich frisch gekocht.

Regionale Produkte

Biologischer Anbau, soweit möglich

Saisonal orientiert

Vegetarisch

 

Ich versuche den Einkauf weitestgehend plastikfrei zu gestalten (Bio-Kiste).

Ich bereite (manchmal mit den Kindern, manchmal schon vorher) die Mahlzeiten so zu, dass möglichst viele Nährstoffe erhalten bleiben, alles ist frisch gekocht.

Wenn möglich kommt die Auswahl an Nahrungsmittel so auf den Tisch, dass die Kinder selber entscheiden können, was sie essen möchten. Nichts ist vorher verrührt oder vermischt.

Rohkost wird je nach Saison zu den Mahlzeiten angeboten.

Speiseplan

Auszug aus dem Speiseplan:

Montag:

Nudeln, Tomatensauce, Erbsen, Gurkensalat und geriebener Käse

Dienstag:

Gemüsesuppe und Brötchen, Gemüsesticks

Mittwoch:

Kartoffeltaler, Spinat, Möhren und Sauce

Donnerstag:

Pfannkuchen mit Apfelmus

Freitag:

Kartoffelpüree, Sellerieschnitzel und Blattsalat